IPTV auf Samsung und LG: Was Smart-TVs können – und was nicht
Samsung und LG sind die meistverkauften Fernseher in Europa. Beide eignen sich für IPTV, funktionieren aber anders als Fire TV oder Android. Was Sie über Apps, Aktivierung und Grenzen wissen sollten.
Redaktion Deutsch IPTV, veröffentlicht am
Wer einen Fernseher von Samsung oder LG besitzt, fragt sich oft: Brauche ich für IPTV noch ein Zusatzgerät? In vielen Fällen nicht. Beide Hersteller haben eigene Betriebssysteme mit App-Stores, in denen es IPTV-Player gibt. Es gibt aber ein paar Besonderheiten, die Sie kennen sollten.
Eigene Systeme, eigene Regeln
Samsung nutzt Tizen, LG webOS. Beide sind keine Android-Systeme. Das bedeutet: Apps wie OTT Navigator oder TiviMate, die auf Fire TV und Android TV beliebt sind, gibt es dort nicht. Stattdessen bieten die Stores eigene Player an, etwa Flix IPTV, Duplex Play, NET IPTV oder SS IPTV.
Einrichtung über eine Website
Eine Besonderheit vieler Smart-TV-Apps: Sie tippen Ihre Zugangsdaten nicht mit der Fernbedienung ein. Stattdessen zeigt die App eine MAC-Adresse oder Geräte-ID an. Mit dieser melden Sie sich am Handy oder Computer auf der Website des App-Herstellers an und hinterlegen dort Ihre Playlist. Die App lädt sie anschließend automatisch. Das klingt umständlich, ist aber in der Praxis bequemer als lange Adressen mit der Fernbedienung einzugeben.
Probezeit und Aktivierung
Viele dieser Apps sind nach einer Probezeit kostenpflichtig. Sie zahlen eine einmalige Aktivierungsgebühr pro Fernseher direkt an den App-Hersteller. Die Höhe legt der Hersteller fest; sie steht auf dessen Website. Nutzen Sie die Probezeit zusammen mit unserem kostenlosen Test, um verschiedene Apps zu vergleichen. Eine kostenlose Alternative auf LG ist SS IPTV.
Welche App für welchen Fernseher?
| App | Samsung | LG | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Flix IPTV | ja | ja | moderne Oberfläche, Mediathek |
| Duplex Play | ja | ja | übersichtlich, Xtream-Unterstützung |
| NET IPTV | ja | ja | schlicht und schnell |
| SS IPTV | je nach Modell | ja | kostenlos |
Die Anleitungen finden Sie unter Samsung Smart-TV und LG Smart-TV.
Grenzen älterer Modelle
Ältere Fernseher erhalten oft keine App-Updates mehr. Bei Samsung betrifft das vor allem Modelle vor Tizen, bei LG Fernseher mit dem Vorgänger-System NetCast. Auch Fernseher mit Tizen oder webOS werden nach einigen Jahren nicht mehr mit allen neuen Apps versorgt. Wenn Ihre gewünschte App im Store fehlt, ist das meist der Grund.
Leistung: der unterschätzte Faktor
Smart-TVs sind keine Rechenwunder. Gerade günstige oder ältere Modelle reagieren bei großen Senderlisten träge. Wenn Sie bemerken, dass das Umschalten lange dauert oder die App gelegentlich hängt, kann ein Streaming-Stick eine spürbare Verbesserung bringen – auch an einem Smart-TV. Welche Geräte sich eignen, steht im Geräte-Vergleich.
Tipps für Samsung und LG
- Fernseher per LAN-Kabel anschließen, wenn möglich.
- Automatische Uhrzeit aktivieren, damit die Programmzeitschrift stimmt.
- Bei LG „Quick Start+“ deaktivieren, wenn Apps nach dem Einschalten hängen.
- Bildmodus „Film“ oder „Filmmaker“ statt „Dynamisch“ wählen – mehr dazu im Artikel Fernseher richtig einstellen.